Gewächshaus für Anfänger

Gewächshäuser sind schon für Anfänger ohne viel Erfahrung ein echter Gewinn. Gemüse und Früchte fast das ganze Jahr über anbauen und dabei sein leidenschaftliches Hobby genießen?

Ja, das ist mit einem Gewächshaus bzw. Treibhaus möglich.

Dabei muss es keine Luxusausstattung sein. Es lässt sich sogar einfach selbst bauen. Mit einem einfachen Jahresplan können Sie Ihr Gewächshaus optimal nutzen, es einrichten und bepflanzen.

Welche Pflanzen im Gewächshaus sind für Anfänger geeignet?

Gewächshäuser zu bepflanzen ist auch für Anfänger keine Schwierigkeit, wenn Sie sich an einen Plan halten und mit der Aufzucht vergleichsweise einfacher Gemüsesorten und Salate beginnen.

Mit einem Gewächshaus ergeben sich für Sie Möglichkeiten, Gemüsesorten anzubauen, die in Ihrem Garten unter Freiluft-Bedingungen nicht gedeihen werden. Folgen Sie Ihrem Geschmack und probieren Sie auch ungewohnte Sorten aus.

Für Anfänger besonders geeignet sind:

  • Auberginen
  • Kohlrabi
  • Radieschen.

Herausfordernder, aber sehr beliebt sind:

  • Tomaten
  • Paprika
  • Gurken.

Auberginen

Auberginen stammen aus Indien und reagieren auf das deutsche Klima äußerst empfindlich. Im Gewächshaus fühlen sie sich jedoch sehr wohl und sind, unter den richtigen Bedingungen, einfach anzubauen. Sogar als Anfänger im ersten Gewächshaus.

Verwenden Sie die gewaschenen Kerne einer Aubergine um Ihre eigenen Jungpflanzen zu ziehen. Wenn Sie die Kerne leicht aufquellen lassen, keimen Ihre Auberginen sogar noch schneller.

Die Kerne werden zwischen Februar und April in einem Topf oder einem Fensterbank-Treibhaus herangezogen. Wichtig sind Helligkeit und Wärme. Die Erde sollten Sie stets feucht halten. Sobald Sie die ersten Blättchen sehen, haben Sie eine Jungpflanze herangezogen. Beim sogenannten „Pikieren“ entnehmen Sie die junge Aubergine aus der Erde und setzen sie in die für das Gewächshaus bestimmten Töpfe und Beete um.

Ab Mai können Sie diese Setzlinge umsiedeln. Bei 25°C fühlen sich Auberginen am wohlsten und können dann bis zu 1,50 m hoch werden. Achten Sie also darauf, etwa 40 cm Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen zu lassen. Am besten wählen Sie qualitativ hochwertige Humuserde.

Die Bewässerung erfolgt wurzelnah und ungefähr zweimal pro Woche. Sind Sie bei der Bewässerung zu eifrig, droht die Gefahr von Fäule und Pilzerkrankungen für Ihre Auberginen. Mit einem Dünger, z.B. aus Brennesseljauche, unterstützen Sie das Wachstum der Pflanzen optimal. Ein regelmäßiges Zurückstutzen der Auberginen ist Pflicht, um der Pflanze nicht unnötig Energie zu rauben.

Die Abernte erfolgt an der noch unreifen Frucht. Sie werden dann trocken, dunkel und kühl gelagert. Die Pflanze selbst ist nur einjährig und stirbt ab. Sie können diese Reste einfach auf dem Kompost entsorgen.

Nach der Ernte ist der Boden durch die Auberginen an entsprechenden Nährstoffen ausgelaugt. Für die folgenden drei Jahre sollten Sie in diesem Boden keine Auberginen oder verwandte Arten anbauen und sich stattdessen für eine andere Bepflanzung entscheiden.

Ein Rotationssystem, in dem verschiedene Gemüsearten jährlich reihumgehen, hat sich schon in vielen kleinen Treibhäusern bewährt.

Wenn Sie sich als Anfänger an diese wenigen Regeln halten, steht Ihrem Ernteerfolg im Gewächshaus auch als Anfänger nichts im Wege.

Kohlrabi

Kohlrabi erfreut sich nirgendwo so viel Beliebtheit wie in Deutschland. Er besticht durch seine Sortenvielfalt. Die Aufzucht im Gewächshaus gelingt besonders leicht. Es ist somit perfekt im Gewächshaus für Anfänger geeignet.

Die Pflanzen sind, wenn sie jung sind, temperaturempfindlich. Zwischen 15 und 18°C wachsen sie auf einem Torfboden (z. B. Torfplatten) gut heran. Sollten Sie Ihr Gewächshaus nicht heizen, bietet sich eine Aussaat frühestens ab Mitte März. Zeigen sich dann die ersten Laubblätter an den Jungpflanzen, sind diese robuster geworden und können nun auch geringeren Temperaturen ausgesetzt werden.

Für den Anbau ist zu beachten, dass

  • ein nährstoffreicher Boden für Kohlrabi besonders wichtig und regelmäßiges Düngen in kleinen Mengen mit Brennnesseljauche oder Hornmehl unverzichtbar ist.
  • der nächste Anbau an der gleichen Stelle erst nach drei Jahren wieder erfolgen sollte.
  • die Pflanzen viel Platz zum Wachsen benötigen (ca. 25x25cm).
  • andere Kreuzblütler möglichst nicht in der Nähe wachsen sollten.
  • bei zu geringem Gießen keine Knollen, sondern nur Blüten bilden.

Erntereif ist Kohlrabi nach zwei bis drei Monaten. Wird die Ernte zu weit hinausgezögert, entwickelt die Pflanze einen hölzernen Geschmack. Nach einer rechtzeitig erfolgten Ernte, werden die Blätter entfernt, die Knolle in ein feuchtes Tuch eingewickelt und dann im Kühlschrank bis zu drei Wochen gelagert. Bei einer Herbsternte und einer anschließenden kühlen und trockenen Lagerung, bleibt das Gemüse sogar mehrere Monate genießbar.

Auch wenn ein Schädlingsbefall im Gewächshaus äußerst selten ist, können Sie diesem auf natürliche Weise vorbeugen. Werden Sellerie oder Tomaten in unmittelbarer Nähe zum Kohlrabi angebaut, bleiben die Raupen des Kohlweißlings fern.

Andere Schädlinge, wie Erdflöhe, werden von warmer und trockener Erde angezogen. Regelmäßiges Harken und Bewässern ist also nicht nur für das Wachstum gut. Zu viel Bewässerung fördert jedoch den Befall von Schleimpilz. Sollte dieser sich auf ihrem Kohlrabi ausbreiten, entsorgen sie die befallene Pflanze bitte vollständig im normalen Hausmüll. Dieser Pilz ist sehr hartnäckig und ein erneutes Anpflanzen von Kreuzblütlern erst nach sieben Jahren wieder ratsam.

Radieschen

Radieschen machen nicht zuletzt im Salat das gewisse Etwas aus. Im Gewächshaus gelingt die Heranzucht bereits ab Februar und die Aussaat ist sehr einfach. Ziehen Sie eine etwa 1cm tiefe Rille durch die humusreiche Erde und setzen Sie alle 3 bis 5cm ein Saatkorn ein.

Radieschen mögen es feucht, aber nicht nass. Ebenso bevorzugen sie kühle Temperaturen und gedeihen bereits ab 5°C Außentemperatur. Im Hochsommer sollten Sie in Erwägung ziehen zusätzlichen Schatten zu spenden, oder die Pflanzen in eine schattige Ecke des Gartens umzupflanzen.

Radieschen eignen sich außerdem ideal, um Lücken in Beeten, auch vereinzelt zwischen Pflanzen, zu füllen. Anders als Kohl, entziehen Radieschen ihren Nachbarpflanzen kein Wasser und vertragen sich hervorragend mit angebauten Tomaten, Erbsen, Möhren und Spinat.

Die Ernte erfolgt, noch bevor die Radieschen blühen, im Frühjahr nach nur sechs, im Sommer oft schon sogar nach nur vier Wochen. Am besten schmecken sie bei sofortigem Verzehr. Im Kühlschrank feucht gelagert, halten sie sich mehrere Tage. Schrumpelige Knollen können Sie kopfüber in ein Wasserglas hängen, um die Bissfähigkeit zurück zu erlangen.

Natürliche Wege, um Ihre Radieschen schädlingsfrei zu halten, sind das nahe Anbauen von Knoblauch oder das Düngen mit Brennnesseljauche oder Tabak. Unter den Umständen eines Pilzbefalls gilt, ähnlich wie bei dem Kohlrabi, an dieser Stelle des Beetes mit dem erneuten Aussähen der gleichen Pflanzengattung mehrere Jahre zu warten

Gewächshaus für Kinder

Kinder sind äußerst neugierig auf ihre Umwelt. Sie können anhand eines Gewächshauses nicht nur sehen, wie Pflanzen wachsen und sich entwickeln, sie lernen Verantwortung zu übernehmen, indem sie die Pflanzen pflegen. Schlussendlich werden Kinder ihre eigene Ernte einbringen können.

Sie können Kinder dabei gut an die Hand nehmen und mit ihnen gemeinsam die Natur erforschen. Es bietet sich an, einige eigene Parzellen für die Kinder zur Verfügung zu stellen und einfache Gemüsesorten mit heranzuziehen.

Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, Kindern ihr eigenes Gewächshaus in Miniaturformat zu bauen oder auch zu kaufen. Fertige Sets haben den Vorteil, dass Sie einer einfachen, kindgerechten Anleitung folgen können.

Sie können sich auch für Mini-Gewächshäuser entscheiden. Diese erhalten Sie im Baumarkt oder Gartencenter und sind meist für eine Pflanzenzucht auf der Fensterbank gedacht.

Natürlich eignen sich für ein Gewächshaus für Kinder vorrangig Pflanzen, die schnell blühen, damit die Kinder Erfolge beobachten können. Hervorragend geeignet sind hier z. B. Kresse und Bohnen.

Spielerisch können sie mit einem Thermometer täglich das Klima im Mini-Gewächshaus überprüfen. Den Pflanzenkalender sollten Sie nicht zuletzt der Übersicht zuliebe mit den Kindern führen. Eine liebevolle Beschriftung rundet das Gewächshaus für Kinder ab.

Mit wenigen und einfachen Mitteln können Sie Ihren Kindern Spaß an Biologie und Botanik vermitteln. So finden Sie auch Interesse an der Gärtnerei und der Umwelt.

Mini-Gewächshaus bauen

Nachfolgend habe ich Ihnen ein YouTube-Video bereitgestellt, wo ein Anfänger-Handwerker ein Mini-Gewächshaus baut.

Teile bitte jetzt diesen Artikel, wenn er dir geholfen hat: